Italien mit dem Wohnmobil

Auf der Suche nach „Bella Italia“
Im letzten Jahr haben wir im Winter die iberische Halbinsel umfahren und dieses Jahr steht der italienische Stiefel auf unserem Programm.
Es sind zwei völlig unterschiedliche Reisen. In Spanien und Portugal waren wir mit gefühlt tausend anderen Wohnmobilen unterwegs, in Italien sind wir meist die Einzigen und es schwierig überhaupt einen offenen und sicheren Stellplatz zu finden.
Lohnt sich eine Italienreise mit dem Wohnmobil ( im Winter ) ???
Unser Fazit ziehen wir am Ende des Reiseberichtes.

1. Etappe

Salzburg bis Florenz

Nachdem wir ein ziemlich nasses Silvester in Salzburg erlebt hatten und die Vorhersage für die nächsten Tage, wettertechnisch auch nicht besser werden sollte verliessen wir Österreich 2 Tage früher als geplant.

Wir hatten diese Region ja bereits im Herbst ausgiebig erkundet.

REISEMOBIL STELLPLATZ SALZBURG
Carl-Zuckmayer-Straße 26,
5101 Salzburg
Österreich
100 Stellplätze. Groß u. modern EUR 19,- á Tag, inkl. Versorgung mit Frischwasser, Entsorgung und Benützung der sanitären Einrichtungen EUR 2,- Strom/Tag 20 Min. zur Innenstadt mit Bus oder Rad – ganzjährig

Wir überquerten den Brenner bei noch passablen Bedingungen.

2 Tage später war eine Passage kaum noch möglich.

Man sollte sich zuvor mit den Maut auseinandersetzen.

Im Trentino wurden die Temperaturen schon etwas höher, wir fanden gerade noch vor Anbruch der Dunkelheit einen sicheren Stellplatz in Höhe des nördlichen Gardasees bei Rovereto.

AREA CAMPER QUERCIA
Via Palestrina 3
38068 Rovereto TN
Italien

Stellplatz für 12 Mobile.
16 Euro pro Wohnmobil und 24 Stunden
Zentrale Lage zur Altstadt. Straße und Bahnlinie hörbar
Ganzjährig

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag FERRARI in Modena besuchen, doch die Stellplatzsuche gestaltete sich äußerst schwierig. Entweder erschien uns der Platz nicht sicher genug oder war zu klein und eng für unser Gespann.

Letztendlich landeten wir auf einem Platz in den Apuanischen Alpen.

Sicher – aber der Plan FERRARI zu besuchen war Schnee von gestern.

Die Apuanischen Alpen sind bis zu 2000 Meter hoch. Unser Stellplatz lag in einer Höhe von ca. 1300 Meter. Serpentinen ohne Ende! Der Stellplatz war o.k., muss man aber nicht noch einmal aufsuchen, nix los und dieser Jahreszeit auch kein offenes Restaurant… der Kühlschrank hatte allerdings noch ein paar Reserven!

CAMPINGPLATZ  LE FONTI
Via S. Lucia 1 42032 Ceravarezza RE Italien
www.campinglefonti.com
+390522890126
Für Wohnmobile über 6,50 m nicht geeignet.

Am nächsten Morgen ging es weiter!

Der Dieseltank zeigte aber schon bald an – “ Keine Reichweite“

Na ja, steil und ziemliche Steigung, mit Anhänger…..

trotzdem kam diese Ansage überraschend.

Die nächste Tankstelle sollte 16 km entfernt sein. Ob wir es noch schaffen????

Zum Glück gibt es noch ein paar BERGAB – Passagen.

Doch die Tankstelle liegt auf einer Passhöhe!

Wir erreichen die Säule, das Ding funktioniert nicht. Von einem Balkon ruft ein Frau uns zu, dass sie und behilflich sein wird….

Na gut – geschafft – wir können wieder auf die Piste.

Wir erreichen am Nachmittag Levanto, finden einen netten Campingplatz und nisten uns ein.

Campeggio Acqua Dolce

Via Guido Semenza 5, 19015 Levanto SP, Italien

www.campingacquadolce.com

+390187808465

Die Preise schwanken saisonbedingt. Der Platz ist sehr gut besucht, es empfiehlt sich zuvor anzurufen. Das Restaurant vor Ort ist sehr zu empfehlen auch hier ist Reservieren angesagt.

Der Platz selbst bietet durch die terrassenartige Anlage meist etwas Privatsphäre.


Wir sind im Gebiet Cinque Terre gelandet, ein Nationalpark an der ligurischen Küste, es gibt also viel zu entdecken. Am nächsten Morgen machen wir uns also auf die Suche nach den touristischen Höhepunkten dieser Region.

Portovenere, ein kleiner wunderschöner mittelalterlicher Ort vor La Spezia gelegen,

Unser nächstes Ziel ist ein kleines Gut in der Toskana. Wir finden einen Stellplatz bei freundlichen Betreibern in einem Olivenhain.

Agricampeggio Cipollatico
Via S. Vincenzo, 2, 50025 Montespertoli Fl, Italien
www.cipollatico.com
+393470184240
In der Hauptsaison sollte man vorher anrufen. Die Lage ist ein Traum. Das Olivenöl ausgezeichnet.
Aber, der Platz hat auch deutliche Nachteile: Die Zufahrt ist mit Wohnmobilen über 7 m nicht zu empfehlen, der Weg ist sehr steinig und steil. Zum Glück haben wir griffige Winterreifen  – Luft anhalten hilft auch. 😉 Die Duschen sind stark verkalkt. Die Entsorgungsstation ist nur für einen Kastenwagen praktikabel. Stellt man sich darauf ein und man traut sich die Anfahrt zu, ist dieser Platz jedoch wegen seiner Nähe zu Florenz (kann man mit dem Bus erreichen) wirklich sehr gut.

Hier bleiben wir für die nächsten Tage ….. bis wir keine Lust mehr haben.

Das WoMo steht sicher. Florence und das Chianti – Gebiet liegt uns zu Füssen.

Greve in Chianti ist unser erstes Ziel am folgenden Tag.

Hoffentlich gibt es noch die fantastische Metzgerei mit dem superleckeren Prosciutto!

Greve in Chianti

es gibt sie noch die Macelleria

Antica Macelleria Falorni

12 Piazza Tirinnanzi, Greve In Chianti, FI 50022, Italien

Salami in allen Geschmacksrichtungen.

 Die, mit Trüffeln war die BESTE.

hängt auch schon im WOMO!!!!

Auf dem Rückweg, besuchen wir noch Radda in Chianti und Volpaia. Kleine, im Januar verträumte Orte mit wunderschönen Ausblicken auf die toskanischen Hügel.

Zum Abschluss des Tages gibt’s dann noch aus der WoMo Küche

“ Beefstecca Fiorentina a la Donna Rachele“

Nachdem unser Stellplatz völlig eingenebelt war, machten wir uns auf den Weg nach Lucca.

Schon unterwegs waren wir wieder fasziniert von dieses wunderschönen Landschaft.

Lucca ist eine der schönsten Städte der Toskana. Jetzt im Winter sind wenige Touristen unterwegs und man kann ungehindert fotografieren. Lucca ist auch für seine hervorragende Gastronomie bekannt. Die Stadt ist umgeben von einer Stadtmauer mit sechs Toren.

Kirchen, Glockentürme und Stadtpaläste charakterisieren die mittelalterliche Stadt.

Siena hier merkt man, daß der Januar ein guter Reisemonat ist und wenn das Wetter es erlaubt kann man sich sogar auf dem Piazza del Campo in ein Restaurant  setzen. Dieser Platz ist im Sommer stark bevölkert, nicht nur von Touristen sondern auch Einheimischen, insbesondere von den Studenten der Universität.

San Gimignano liegt im Westen der Toskana und ist schon von weitem sichtbar. Die Geschlechtertürme sind das Kennzeichen dieser mittelalterlichen Stadt, die seit 1990 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Florenz – die Perle der Toskana. Hier kann man gut und gerne mehrere Tage verbringen. Kunst, Architektur, Lebensart – die Möglichkeiten sind grossartig. Besucht man Florenz, so wie wir im Januar hat man natürlich den grossen Vorteil, daß man zum Beispiel an den Uffizien nicht so extrem lange anstehen muss.

Die Uffizien, ist die Schatzkammer der Familie Medici.

Die Ponte Vecchio muss man einfach gesehen und erlebt haben.

Der Doumo oder auch „Cattedrale di Santa Maria del Fiore“ eine der grössten Kirchen weltweit, beeindruckt durch Ihr kontrastreiches Design. Bemerkenswert ist vor allem die Kuppel aus dem 15. Jahrhundert. Eine technische Meisterleistung, die eigentlich mit den damaligen Mitteln gar nicht möglich war.

Es lohnt sich immer, einen Blick in die Innenhöfe zu werfen.

Eiscreme ist in Italien auch im Winter beliebt.

Unseren Stellplatz bei Florenz verlassen wir mittags und nehmen die Autobahn in Richtung Rom.

Dank unserer  TELEPASS Box müssen wir an den Mautstationen nicht anstehen, sondern fahren mit zwei lauten BEEPs einfach durch.

Unser Fazit bis jetzt:


Italien ist auch im Winter eine Reise wert. Man sollte sich allerdings regelmässig über die Wetterprognose informieren. Es kann hier durchaus auch mal schneien. Für die meisten Strassen herrscht die Pflicht, Schneeketten an Bord zu haben.


Die nördliche Toskana, das Gebiet zwischen Lucca und Florenz und das Chianti Classico Gebiet ist mitunter sehr steil. Die Kurven sind eng, die kleinen Strassen ( dreistellige SP ) sollte man meiden.

Generell sind die Strassen und auch die Autobahnen sind in einem desolaten Zustand.

Die Stellplätze, „Area Sosta Camper“ sind nicht unbedingt sicher.


Wir haben gute Erfahrungen mit den Agricampeggios gemacht. Die Webseite Pleinairclub bietet leider nur auf italienisch Links zu diesen Plätzen. Es ist nicht möglich hier Mitglied zu werden ( als Ausländer). Es lohnt sich dennoch, auch wenn die Navigation der Webseite etwas kompliziert ist.

2. Etappe

Montepulciano bis Rom

Mit dem Verlassen des Chianti Gebietes hat sich die Landschaft ziemlich geändert.

Die steilen Berge werden zu Hügeln, die engen Täler werden weiter. Das macht das Fahren im Wohnmobil etwas angenehmer, jedoch sind die Strassen hier nicht besser.

Montepulciano wer kennt ihn nicht ? Den „Vino Mobile de Montepulciano“ – ein dunkler, von der Sonne verwöhnter, gehaltvoller Rotwein. Ich bin sicher, wir werden die eine oder andere gute Flasche genießen.

Unsern Stellplatz erreichen wir am Nachmittag.

La Buca Vecchia
Strada per Pienza, 38
Montepulciano
Siena 53045 Italia
info@labucavecchia.it
+39 333 3371801
http://www.labucavecchia.it

Der Platz hat wieder eine phantastische Lage. Tolle Sonnenuntergänge sind garantiert. Der Stellplatz bietet Platz für 7 Wohnmobile, alle mit Strom- und Wasseranschluss. Die Entsorgung ist gut anzufahren, auch für grössere Wohnmobile. 20,- Euro pro Mobil

 Rundherum empfehlenswert!!!

Mal sehen, wie lange wir es hier aushalten! 🙂

Internet in Italien:

Bis jetzt war unsere Internetverbindung durch unser iPhone stets recht ordentlich,. Mit einer 60 GB Karte haben wir immer genug Kapazität und auch keine Probleme mit dem UPLOAD von Daten.

Je weiter südlich wir fahren um so grösser werden die Probleme. Das Netzt schwankt, WIND bietet zwar LTE oder 3G , doch das Netz ist anscheinend total überlastet. 


Wenn man sieht, daß jeder mit dem Handy in der Hand herumläuft, im Auto während der Fahrt Filme geschaut werden, oder jeder 2. mit Facetime telefoniert – es wundert uns nicht. In Rom wird’s dann besonders schlimm – selbst Google Maps zu öffnen wird ein Problem.

Gesicherte Webseiten https werden kaum geöffnet. 

Ein UPLOAD ist nur Morgens vor 7.30 Uhr möglich. 


Also – mit dem Blog kommen wir nur schleppend weiter.


Wir besuchen Montepulciano, ein kleines mittelalterliches Dorf auf einem Hügel, mit engen Gassen, historischen Kirchen und weiten Blicken in die liebliche Landschaft.

Wir besuchen Perugia eine der schönsten Städte Umbriens und sind froh nicht mit dem WoMo dorthin gefahren zu sein. Die Strassen sind eng und es herrscht ein reger Verkehr. Auch diese Stadt liegt auf einem Hügel – 450m hoch.

Die Stadt wirkt auf uns etwas kühl und weniger heimelig als die toskanischen Städtchen. Die Gebäude sind höher und weniger verziert.

Arezzo hingegen wirkt wieder prunkvoller. Die Stadt hatte grosse Bedeutung in der Porzellan und Schmuckherstellung. Die Häuser sind reichhaltig verziert und zeugen von einer Blütezeit im Mittelalter. Noch heute ist Arezzo das Zentrum der italienischen Schmuckherstellung und eine der reichsten Städte der Toskana.

Unser nächster Stellplatz liegt an der Therme von Saturnia!

Der Stellplatz hat Platz für 150 Wohnmobile. Für uns kaum vorstellbar, dass es hier so voll werden kann denn wir stehen hier fast allein.

Area Sosta Camper l’Alveare dei Pinzi
Strada della Pechiera
58050 Marciano
http://www.alvearedelpinzi.com/de/

V+E , Waschmaschine und Trockner, Duschen und Toiletten 

14 Euro Camper inkl. 2 Persnonen


Der Eintritt ist kostenlos. Es empfiehlt sich einen Bademantel dabei zu haben. In der Saison gibt es einen kleinen Kiosk. Die Therme hat ganzjährig geöffnet.

Von Saturnia machten wir einen Ausflug an die Küste.

Porto Santo Stefano war unser erstes Ziel.

Eine Strasse soll rund um den Berg „Monte Argentario“ führen, also los, mit dem Smart alles kein Thema dachten wir.

Aus den schmalen Straßen wurden aber Geröllpisten, nur noch lockeres Gestein…. und zu allem Überfluss sahen wir nach einer Weile ein Schild, welches besagte, daß hier kein Abschleppwagen fährt. Die Chance für einen Platten war gross.

Irgendwann legte ich die Kamera beiseite und konnte nur noch gespannt auf diese „Strasse“ blicken und den Abgrund gleich neben mir.

Wir erreichten Porto Ecole nach an einer gefühlten Tagesreise. Ein kleiner Fischerort im Winterschlaf!

Nach so viel aufregender Landschaft machten wir uns am Tag drauf auf den Weg nach Rom.

Der Weg zur Autostrada war ziemlich lang, der Geräuschpegel im Wohnmobil durch die schlechten Strassen war enorm.

Unser Stellplatz in Tivoli auf einem Agritursimo, für unser Gespann nicht einfach zu erreichen.

Wir hatten 2 verschiedene Routen zur Anfahrt, eine durch die Tivoli, die andere in einem weiten Bogen übers Land. Wir fuhren den weiten Bogen. Die Strassen waren so eng und steil, dass 2 Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikamen. Es gab Ausweichbuchten, die waren mit Müll und halbbekleideten Damen besetzt – wo waren wir wieder gelandet. Zum Glück waren es noch 10 km bis zum Stellplatz.

Doch wir haben es wieder einmal geschafft: Ein toller Stellplatz mit Aussicht und eine extrem schwierige Anfahrt.

La Cerra – Agriturismo

Strada di San Gregorio da Sassola

Km 6800

00019 Tivoli, Roma


https://agriturismolacerra.com/de/

Hier sollte man in der Saison unbedingt reservieren. V+E, Duschen, WC, Grillplatz 17 Euro für Camper inkl. 2 Personen. in der Vorsaison. Wasser und Stromanschluss direkt am Platz.

Das Restaurant La Cerra ist sehr zu empfehlen, es bietet eine ausgezeichnete Küche. Man sollte reservieren.


Der Ausblick ins Tal und auf die Albaner Berge ist grossartig.



Rom erreicht man von hier in ca. 35min (Autobahn).

Wir buchten im Internet die Omnia Card ein 24 Stunden Ticket, welches die Fahrt mit dem Doppeldecker „Hopp on hopp off“ (gelber Bus) und den Eintritt in den Vatican beinhaltet.

Auch wenn wir nicht als Pilger Rom besuchen, so sind wir doch von Rom ergriffen.

Die Vielzahl der Basiliken, historische Paläste, die antiken Ruinen und der Vatikan sind in keiner anderen Stadt so präsent.

Sieht man den Vatikan aus der Entfernung wirkt er gar nicht so riesig, er fügt sich harmonisch ins Strassenbild ein. Die Proportionen sind stimmig und der Petersdom wirkt nicht klotzig. Anders als beispielsweise in Köln, wo der Dom alles überragt.

Die Engelsburg – Castello Sant Angelo





Das Pantheon – eines der best erhaltenen antiken Monumente.

Der Trevi Brunnen

Colosseum

Forum Romanum

Die Spanische Treppe

Piazza Venezia

Unser Fazit bisher:

Italien mit dem Wohnmobil im Winter erkunden ist super. Wenn man nicht in grossen Städten unterwegs ist, sieht man fast keine Touristen. Ausländische Fahrzeuge begegnen einem kaum.

In den Restaurants ist man, abgesehen von Rom oder Florenz, unter Einheimischen.

Einige Lokale haben allerdings geschlossen und manche Dörfer sind im Winterschlaf.

3. Etappe

Rom bis Apulien

Am Tag unserer Abreise vom Stellplatz La Cerra umgibt uns dichter Nebel und es schüttet aus Eimern. Dabei den Smart verladen macht nicht wirklich viel Freude. Gegen 11 Uhr wird es etwas trockener….

Für die Rückfahrt haben wir die Strecke über Tivoli gewählt – nicht ganz so steil und eng.

Ohne eine Schramme und ohne den Smart zu verlieren landen wir schließlich auf der Autostrada in Richtung Neapel.

Das Wetter soll laut Vorhersage auch nicht so doll werden, also ziehen wir es vor weiter in den Süden zu fahren. Dort soll es in den nächsten Tagen trockener sein!!!

Wir fahren über die Abruzzen, hier schüttet es fürchterlich. Nach ca. 400 km erreichen wir spät abends den Ort San Giovanni Rotondo.

Unser Stellplatz:
Area Sosta Attrezzata lo chalet Belvedere

Viale Padre Pio

71013 San Giovanni Rotondo

15 terrassierte Stellplätze an einer Trattoria – 15 Euro pro Nacht und Camper V+E
Die Zufahrt erfolgt über eine Schranke!

Wir sind zunächst einmal froh, es am Abend noch bis Apulien geschafft zu haben, auch wenn die Trattoria geschlossen hat.

Bei Tageslicht betrachtet entscheiden wir dann aber recht schnell weiterzufahren. Ausser einem weiten Blick ins Tal hat diese Location im Winter nicht viel zu bieten. 

Also weiter in Richtung Süden. Die Strassen sind hier unten im Absatz des Stiefels um einiges besser. Meist 4 spurig ausgebaut und die Autostrada bringt uns nach 340 km nach Gallipoli.

Wir haben Glück, der ausgesuchte Stellplatz hat geöffnet, telefonisch war er nicht zu erreichen aber in unser App wurde er als ganzjährig geöffnet beschrieben.

Agri Campeggio Torre Sabea

Litoranea per Santa Maria al Bagno, SP108, 73014 Gallipoli LE

+390833?298273

Info@torresabea.it

Wir werden sehr freundlich empfangen und der Stellplatz hat ausreichend Platz für unser Gespann. V+E, alles vorhanden.

Die Altstadt von Gallipoli liegt ca.2 km entfernt.

Die Stadt lebt bis heute vom Fischfang. Der fangfrische Fisch wird direkt im Hafen angeboten.

Wir kaufen Thunfisch und Shrimps in absoluter Sushi Qualität – köstlich!!!

Thunfisch mit Pestognocchi und kleinen Tomaten und natürlich Olivenöl….. 🙂

Die nächsten beiden Tage sind wir weniger aktiv, das Wetter ist ziemlich ungemütlich. Das WoMo wird ordentlich geschüttelt – Regen und Sturm- absolut nicht dazu geeignet die Umgebung zu erkunden. Was soll’s der Kühlschrank ist voll und wir haben genug zu tun, endlich kommen wir einmal dazu, etwas zu arbeiten.

Am 3. Tag ist das Meer immer noch ziemlich aufgewühlt, doch wir wagen uns wieder vor Tür.
Einen Strandspaziergang breche ich ab, Steine, Felsen und Müll sind hier angesagt. Als ich dann auch noch verwechselt werde, „einsame Frau am Strassenrand“ suche ich wieder unseren Stellplatz auf.

Lecce steht heute auf dem Programm!

Wir entdecken ein phantastisches Fischrestaurant „La Cottura“

Ich wähle “ Octupus gegrillt“

„saulecker“ !!!

In Gallipoli am Hafen war es heute besonders stürmisch.

Nach einem stürmischen Tag machen wir uns auf den Weg nach Nardò.

Die Stadt hat sicherlich ihre Blütezeit gehabt, davon zeugen die Gebäude. Doch es sieht alles in allem nicht sehr einladend aus. Die schönsten Spots haben wir jedoch eingefangen.

Auch diese Stadt erscheint uns zumindest imWinter wir ausgestorben. Wenige Einheimische und erst recht keine Touristen. Alle Restaurants haben geschlossen.

Das Highlight an diesem Tag ist der Abstecher zu einem Weingut:

Conti Zecca 

Im Smart ist viel Platz! 😉

Wir verlassen den südlichsten Punkt unserer Reise und ziehen weiter nördlich nach Ostuni. Unser Stellplatz ist wieder auf einem Agriturismo. Wir stehen sicher, aber ohne die Möglichkeit der Ver- und Entsorgung, deshalb werden wir diesen Stellplatz hier nicht näher beschreiben.Wir besuchen den kleinen Ort Alberobello und sind entzückt von den Trullis. Die ältesten Trulli hier stammen aus dem 14. Jahrhundert.4. Etappe Apulien – UdineUnser nächstes Ziel ist Matera. Die Stadt gehört seit 1993 zum UNECO Weltkulturerbe und im Jahr 2019 Kulturhauptstadt. Berühmt ist die Stadt wegen der Sassi. Wohnhöhlen zum Teil ausgemauert.  Einige der Wohnhöhlen wurden schon vor 9000 Jahren bewohnt.Zwischenzeitlich galt Matera als Schande Italiens und wurde im Jahr 1953 durch den Ministerpräsidenten geschlossen und die Menschen umgesiedelt. Die Stadt diente des öfteren als Filmkulisse, Mel Gibson drehte hier den Film“Die Passion Christo“. In den 1980er Jahren wurden die ersten Höhlenwohnung wieder besiedelt.1986 förderte der italienische Staat die Wiedergeburt der Sassi mit einem Kredit von 100 Milliarden Lire, was heute 50 Millionen Euro entspräche. Mit dem Geld wurden die Höhlenwohnungen an die Frischwasserversorgung, an das Stromnetz und die Kanalisation angeschlossen. Heute verfügen die renovierten Wohnungen über jeden Komfort; in den Sassi gibt es mittlerweile sogar 5- Sterne-Unterkünfte.


Insgesamt macht Matera, auch der neue Teil der Stadt einen sehr guten Eindruck, es ist aufgeräumter, hier hat man es anscheinend verstanden, was Touristen auch im Winter anzieht.Unser Stellplatz, liegt wieder auf einem Agriturismo, sicher und komfortabel ausgestattet.

Azienda Agrituristica Masseria del Pantaleone

Stellplatz für 20 Mobile etwas außerhalb gelegen, gut anzufahren.  Der Stellplatz liegt an einem Gasthaus und an einem Bauernhof. Service am Platz: Hunde erlaubt, Entsorgung Chemie WC, Dusche. Freizeitmöglichkeiten im Umkreis: Reiten. Preis pro Nacht inklusive zwei Erwachsene: 15 Euro. Strom, Wasser, Entsorgung Grauwasser kostenfrei. Ganzjährig nutzbar.

Nach einem ziemlichen Unwetter mit überfluteten Strassen geht es weiter in die Region Neapel. Wir fahren über die Berge an Potenza vorbei.

Es ist die mit 800 m über NN höchst gelegene Provinzhauptstadt Italiens.

Die Autobahn ist eine Katastrophe!!! Brücken sind nur einstreifig befahrbar und die Konstruktion der Hängebrücken sind auch nicht Vertrauen erweckend. Am Besten schnell hier weg!!

Je näher wir in Richtung Neapel kommen um so grösser werden die Müllberge am Strassenrand.

Wir erreichen unseren Stellplatz AGRITURISMO COSTIERA AMALFITANA früh genug und entscheiden weiterzufahren. 

Nicht nur die Anfahrt war eine Katastrophe sondern auch die Einfahrt (viel zu eng für unser Wohnmobil mit Anhänger). Obwohl wir telefonisch angefragt, hatten, war der Platz zudem auch noch geschlossen. Völlig entnervt fahren wir diese schreckliche Strasse wieder hinunter und sind froh, ohne Schrammen wieder auf der Autobahn zu landen. 

Wir finden nördlich von Neapel einen Platz der zumindest wieder geschützt liegt, durch ein Tor gesichert, aber auch nicht wirklich zu empfehlen. Der Ort ist ziemlich schäbig. Wir bleiben hier 2 Tage um Pompeji und die Amlafiküste anzusehen.

Von Pompeji sind wir überwältig! Eine grossartig restaurierte Stadt aus der Antike!

Die Amalfi Küste steht am nächsten Tag auf unserem Programm. Die Zufahrt über Salerno führt uns am Hafen vorbei. Über eine enge Strasse kommt uns eine unendliche Kolonne von Lastwagen entgegen. Einer grössten Häfen hat keine entsprechende Verkehrsanbindung, für uns unverständlich.

Die Küstenstrasse ist schon sehenswert, doch unsere Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen, da die meisten Restaurants geschlossen sind. Wir wollen uns gar nicht vorstellen wie voll es hier im Sommer ist. Alles in Allem – wohl nicht ein Ort um länger Urlaub zu machen.

Nach 2 Tagen verlassen wir die Region Neapel. Wir wollen uns nicht an dieses rüde Verhalten im Strassenverkehr gewöhnen. Hier macht jeder was er will.

Monte Cassino ist unser neues Ziel. Das Benediktinerkloster liegt in 516 m Höhe über der Stadt. Es wurde im 2. Weltkrieg völlig zerstört und von den Alleierten wieder aufgebaut.

 

 

Unsern Stellplatz am Teatro Romano verlassen wir wieder, da er uns für eine Nacht nicht sicher erscheint. Der Stellplatz am Kloster erscheint uns ebenfalls zu unsicher. Nicht weit entfernt, finden wir einen privaten Stellplatz, durch ein Tor gesichert. Doch empfehlen können wir ihn auch nicht. Er liegt direkt neben einer Bahnlinie und das Wohnmobil bewegt sich, obwohl wir nicht fahren.

Area Parking Europa

Via Agnone 5,

03043 Cassino

16, 50 Euro pro Wohnmobil und 2 Personen, Strom extra, Ver- und Entsorgung.

Platz für 50 Wohnmobile, wohl derBeste Platz in Cassina – schön ist anders, jedoch der Besitzer ist sehr freundlich.

Über die Abruzzen verlassen wir Süditalien. Wir stellen fest, wir hatten eine völlig falsche Vorstellung. Die Berge sind bis 3000 m hoch, steil und schroff – in keinem anderen Land haben wir bisher so viel Tunnel oder Brücken gesehen.

Es ist noch ein langer Weg bis zur Marina in Rimini, der sich allerdings lohnt.
Eigentlich der ordentlichste Stellplatz mit allem Komfort den wir in Italien hatten.

Stellplatz Marina Rimini

Via Ortigara, 80 – 47900 Rimini (RN)

Rimini ist ein guter Standort um die älteste Demokratie zu besuchen, San Marino.
Wir waren sehr beeindruckt. Es ist der aufgeräumteste Teil des Stiefels.
San Marino ist die älteste Republik der Welt, ihre demokratische Verfassung ist sogar älter als die der Vereinigten Staaten. Es gibt immer zwei Staatsoberhäupter, die beide jeweils nur 6 Monate im Amt bleiben. Sie werden jedes Jahr am 1. April und am 1. Oktober vom „Consiglio Grande e Generale“, dem Parlament mit 60 Abgeordneten, neu gewählt. Der Außenminister von San Marino ist gleichzeitig Regierungschef. Alle 5 Jahre wird das Parlament neu gewählt.

San Marino ist natürlich stark mit Italien verbunden, vor der Einführung des Euro galt hier die die Sanmarinesische Lira, die allerdings fest an die italienische Lira gebunden war. Die äußere Sicherheit des Landes wird vom italienischen Heer garantiert, San Marino hat zwar ein eigenes kleines Heer, das aber nur symbolischen Charakter hat.

Die Bürger von San Marino zahlen kaum Steuern, aber wenn man nicht mindestens einen sanmarinesischen Elternteil hat, ist es praktisch unmöglich, die Staatsbürgerschaft dieses Kleinstaates zu erwerben.

Schade, gerne hätten wir hier zu Mittag gegessen, aber auch hier sind die meisten Restaurants geschlossen.Die Geschäfte haben zumindest geöffnet und die WoMoKüche muss heute wieder ran.

Am nächsten Tag legen wir die letzte Etappe in Italien zurück und zwar in die Region Udine.
Wir hatten uns wieder einen Agriturismo Stellplatz ausgesucht. In mehreren Portalen ist dieser Platz als ganzjährig geöffnet beschrieben. Wir wollten von hieraus am nächsten Tag Udine mit dem Smart aufsuchen. Manchmal hat man einen 7. Sinn, durch einen Anruf erfuhren wir, dass dieser Platz im März  erst wieder öffnet. Was nun? Wir finden einen zweiten Platz, der zumindest viele „Sternchen“ hat – aber der ist einfach mal wieder nur fürchterlich. In dem kleinen Ort “ Sesto al Reghana“ finden wir dann einen sehr ordentlich Platz in einem ruhigen, ordentlichen Wohngebiet. Strom und V& E sind vorhanden.
33079 Sesto Al Reghena
Die Anleitung zum Check in ist nicht einfach, man erhält einen Chip bei der Einfahrt, den man einem  Automat einsteckt und 5 Euro bezahlt, dann erhält man den Chip zurück und wirft ihn bei der Ausfahrt an der Schranke ein.
 
Wir verlassen Italien in Richtung Graz und haben wurderschöne Blicke auf die verschneiten Alpen.
Ciao Italia!!!

Unser Fazit:

Reisezeit Winter

positiv – Es sind wenige Touristen unterwegs, mit Ausnahme der grossen Städte. Für eine Studienreise perfekt.

negativ – Die meisten Restaurants sind geschlossen, mit Ausnahme in den grossen Städten.
Die Temperaturen können ziemlich sinken. In weiten Landesteilen kann Schnee liegen, auch in der Toskana. Winterreifen und Schneeketten sind Pflicht.

Kultur und Geschichte

postitiv – Italien hat enorm viel zu bieten, wie kaum ein anderes Land. Man sollte sich viel Zeit  dafür nehmen. Besonders beeindruckt haben uns Pompeji, Rom und Matera.

negativ – Die Eintrittspreise sind hoch und die Warteschlangen lang, besonders in Rom.

Menschen

positiv – Die Italiener sind sehr freundlich und hilfsbereit.

negativ– Wenige Italiener sprechen gut englisch, sind jedoch bemüht.

Landschaft und Städte

positiv – Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Viel mehr Berge als wir dachten.

negativ – Die Städte sind schmutzig. Müll türmt sich am Strassenrand, Häuser und Grundstücke sind ungepflegt.

Strassen

positiv –  Es gibt ein gut ausgebautes Autobahnnetz.

negativ – Die Mautstrassen sind richtig teuer und die anderen Strassen meist sehr marode. Dazu gehören auch Brücken. Nebenstrassen kann man nur mit grösster Vorsicht befahren, sie sind eng und unübersichtlich.

Fahrradfahren

positv – Für Rennradfahrer gibt es genug interessante Herausforderungen.

negativ – Fahrradwege sind so gut wir nicht vorhanden. Die Strassen sind zu eng und gefährlich.

Stellplätze

positiv – Die Agritourismo Stellpätze sind in der Regel sehr schön gelegen, aber schwer zu erreichen.

negativ – Gute Stellplätze sind nur wenige vorhanden. Die Gemeinden weisen zwar Area Sosta Camper aus, die man aber nur bedingt nutzen kann. Oft sind sie schlecht ausgestattet oder liegen in unsicherer Umgebung. Die meisten Campingplätze sind von April bis September geöffnet.

 

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